„Wer alle seine Ziele erreicht hat, der hat sie sich als zu niedrig ausgewählt.“
– Herbert von Karajan
Mindestens einmal im Jahr setzen wir wohl alle neue Ziele, auch Vorsätze genannt.
„Ich möchte aufhören zu rauchen.“
„Ich möchte abnehmen.“
„Ich möchte mehr sparen.“
…
Und wir wissen alle, wie das meistens endet: Spätestens nach 8 Wochen ist das Feuer von Neujahr erloschen, die Motivation schwindet und zumindest die Fitnessstudios freuen sich, dass sie ganz viele passive Mitglieder haben.
Aber es ist ja auch klar, dass diese Ziele nicht funktionieren! Und ich möchte euch zeigen, warum und auch, wie ich meine Ziele so setze, dass ich an ihnen bleiben kann.
- Was?
Zuerst einmal musst Du dir klar werden, was du überhaupt willst. Und dabei geht es tatsächlich nur um DICH! Ist ja schön, wenn Tante Gerda meint, es sei nun Zeit für Nachwuchs, aber wenn du gerade lieber deine Karriere fokussieren willst und mit dem Nachwuchs noch 2 Jahre warten möchtest dann ist das auch gut, denn es ist DEIN Leben. Du musst irgendwann ein Resumee ziehen, ob du dein Leben gelebt hast oder das anderer.
Also: Mach dir klar, was DU im Leben erreichen möchtest. Gehe in den Wald und träume. Gönne dir ein warmes Bad und spinne ein bisschen rum. Setz dich hin, nimm dir Stift und Papier und brainstorme einfach mal drauflos.
Vergiss nur nicht, hinterher all deine Ziele zu ordnen und zu priorisieren. Das bedeutet auch, dass das ein oder andere Ziel (erstmal) wieder rausfliegt, da andere Dinge wichtiger sind. Denn wir müssen uns auf das, was uns am wichtigsten ist, fokussieren, um schnellstmöglichst und vor allem auch mit Sicherheit an unser Ziel zu kommen. - Warum?
Wenn es ums priorisieren geht, musst Du dich auch fragen: Warum möchte ich das überhaupt?
Dieses Warum ist so unglaublich wichtig und ich verstehe nicht, wieso sich so viele Menschen nicht die Zeit nehmen, sich ihr PERSÖNLICHES warum zu überlegen. Denn das Warum ist unser Motor, nein, unser Kraftstoff für den Motor. Insbesondere wenn die Strecke einmal schwierig wird, brauchen wir einen vollen Tank mit dem besten Kraftstoff, der uns am Laufen hält. Unser Warum leuchtet hell am Himmel, wenn es um uns herum einmal dunkel wird, erinnert uns daran, wofür es sich durchzuhalten lohnt.
Deswegen vergiss bitte nicht, dir dein Warum klarzumachen. Nimm dir Zeit dafür, überlege und spüre nach, ob es wirklich DEIN Warum ist. Die Zeit ist es wert. DU bist es wert! - Wann?
Jedes noch so kleine Ziel sollte eine Deadline haben. Die kann gerne morgen sein, aber eben auch in 10 Jahren. Wichtig ist nur, dass sie sehr spezifisch ist. Wenn wir sagen „In drei Monaten möchte ich 5 Kilo abnehmen“, dann laufen wir Gefahr, es immer wieder aufzuschieben. Denn morgen habe ich ja immer noch drei Monate Zeit und nächste Woche, da ja auch. Wenn wir aber sagen: Am 10. September 2019 möchte ich fünf Kilo abgenommen haben und wieder in meine Lieblingshose passen“, dann rückt diese Deadline mit jedem Tag näher. Wir spüren den Druck und strengen uns an, wissen aber gleichzeitig, dass diese Anstrengungen ein Ende haben werden. - Wie?
Nicht zuletzt ist es äußerst hilfreich, sich die Strategien zu überlegen, die einen zu dem Ziel innerhalb der Zeit bringen sollen. Schreibe dir einzelne Schritte auf, die dich (am besten jeden Tag) deinem Ziel ein wenig näher bringen. Wenn du abnehmen willst, berechne deinen Kalorienbedarf, schreibe einen Speiseplan und melde dich verbindlich zu Sportkursen an oder mache dir einen wöchentlichen Trainingsplan mit 3-4 Einheiten je Woche. Aber auch die kleinen Dinge zählen, wie beim Abnehmen z.B. öfter mal zu Fuß als mit dem Auto einzukaufen, die Treppen zu nehmen oder zum Essen Wasser statt Cola zu trinken.
Schreibe dir jede noch so kleine Möglichkeit auf, die dich deinem Ziel einen Schritt weiter bringt, egal wie absurd sie zunächst scheint. Dann hast du jede Menge Ideen gesammelt und kannst immer wieder darauf zurückgreifen, wenn du mal einen Durchhänger hast und dir die Motivation fehlt. - Schreibt es auf (und sprich darüber)!
Quasi zuletzt musst du dein Ziel noch aufschreiben. Studien haben gezeigt, dass unser Gehirn aktiver ist, wenn wir ins aktive Handeln kommen. Das bedeutet, dass wir uns beim Aufschreiben zum einen bewusster mit unseren Zielen nochmal auseinander setzten und, und das ist meiner Meinung nach viel wichtiger, prägen wir sie uns viel besser ein, als wenn wir sie ewig irgendwo in unserem Kopf herumtragen würden.
Wenn Du schon dabei bist, kannst du übrigens auch gleich einigen (gut ausgesuchten) Leuten von deinen Zielen erzählen. Dann ist es öffentlich und wenn du deine Vetrauten gut ausgesucht hast, werden sie dir mit Tipps und Tricks zur Seite stehen und dich von Zeit zu Zeit auch mal nach dem Stand der Dinge fragen. Und Du willst dann natürlich nicht dastehen und sagen müssen, dass Du dich noch garnicht gerührt hast. - Ein letzter Tip
Als letzten Tip möchte ich dir noch auf den Weg geben, dass Du deine Ziele in Verbidnung mit deiner Deadline etwas höher ansetzt, als du im ersten Moment denkst. Denn wenn wir uns anstrengen müssen, um ein Ziel zu erreichen, erreichen wir letztlich auch mehr, als wenn wir die Messlatte zu niedrig spannen. Natürlich kann ich mir vornehmen, 100€ im Monat zu sparen, wenn das eh der Betrag ist, den ich jeden Monat übrig habe. Wenn ich stattdessen aber 150€ oder 200€ sparen möchte, dann muss ich mich vielleicht doch ein bisschen mehr strecken. Für mich persönlich wäre es (nach aktuellem Stand) auch kein Problem, innerhalb eines Jahres 10.000€ anzusparen. Wie ihr aber unten sehen werdet, habe ich mir das ganze in 6 Monaten vorgenommen, was dann schon eine ganz andere Hausnummer ist.
Und es ist dabei egal, ob wir letztlich an dem großen Ziel gescheitert sind. Wenn ich an meiner Deadline „nur“ 8467,93€ gespart habe, dann ist das immer noch noch viel mehr, als die 5.000€, die mir leicht gefallen wären. Um zu wachsen, müssen wir uns strecken, um zu lernen, müssen wir uns anstrengen. Wenn ich mich immer nur an dem Einfachen halte, dann werde ich mich nicht verändern, nicht wachsen, nicht lernen. Und genau darum ist es wichtig, uns selbst herauszufordern, egal in welchen Bereichen.
Ich denke, Du verstehst, was ich meine.
Und nun, nachdem ich euch viel erklärt habe, wie ihr eure Ziele setzen könnt, möchte ich euch meine aktuellen Ziele vorstellen.
Kurzzeitziele (13.7.19.-1.4.2020)
- 6.000€ als Notgroschen ansparen
6.000€ entspricht in etwa dem, was wir in einem halben Jahr an Fixkosten bzw. notwendigen Ausgaben wie Lebensmitteln ausgeben. Mit so einem finanziellen Polster fühle ich mich sicher, sollte etwas mit unseren Jobs passieren (z.B. läuft mein Arbeitsvertrag Anfang nächsten Jahres aus und da ich mich zu diesem Zeitpunkt in Elternzeit befinden werde weiß ich noch nicht ganz genau, wie es dann weitergeht) oder sollte ein Notfall passieren, z.B. dass wir spontan zu meinen Eltern reisen müssten wegen eines Todesfalls (ja, über sowas muss man sich auch mal Gedanken machen) können wir unbezahlten Urlaub nehmen. - 10.000€ für ein Haus ansparen
Vor 2 Wochen hat das Ziel noch gelautet „10.000€ für ein Auto ansparen“. Wir haben uns aber dazu entschieden, das Auto zu finanzieren und stattdessen direkt mit dem Haus anzufangen. Zum einen lässt sich das Auto quasi „nebenher“ gut finanzieren, sodass wir parallel einfach unser Eigenkapital aufbauen können, statt nach dem Autokauf bei Null anzufangen. Außerdem wollten wir nicht so lange warten, bis wir uns das Auto kaufen, denn unser Baby kommt eben bald auf die Welt und nicht erst im April.
Und das Haus sehen wir zum einen als (hoffentlich) einen Ort an, an dem sich unsere Familie entfalten kann (was in unserer aktuellen Wohnung leider nicht möglich ist) und zum anderen planen mein Freund und ich uns selbstständig zu machen, jeder mit seinem eigenen Herzensprojekt. Und zumindest für meine Selbstständigkeit wäre ein Eigenheim mit ausreichend Platz, einem Garten uns guten Nachbarn auf jeden Fall von Vorteil.
Mit diesen Zielen habe ich mir die Messlatte schon ziemlich hoch gesetzt. Aber wie ich schon oben erklärt habe, nur an diesen Zielen kann ich wachsen.
Anfangs hatte ich mir die beiden Ziele auch afgeteilt: der Notgroschen bis September, der Rest danach… dann habe ich gemerkt, dass ich den Notgroschen zwar noch nicht ganz zusammen haben werde bis September, aber ich werde schon so viel angespart haben, dass ich nicht mehr meine ganze Sparrate dahin stecken muss, sondern schon im September ganz parallel am Haus arbeiten kann.
Spannend wird es natürlich im nächsten Jahr, wenn ich ab Januar nurnoch Elterngeld bekomme und daher unsere monatlichen Geldmittel doch deutlich sinken werden.
Methoden
Wie möchte ich diese Sparrate erreichen?
Ich habe schon erwähnt, dass ich eine monatliche Sparrate habe. Mit der könnte ich vielleicht 60-70% des Ziels erreichen, jedoch muss ich aktiv werden, um 100% zu erreichen! Dazu habe ich mich dem 600€-Projekt verschrieben. Das Projekt läuft seit dem 13.7., also schon etwas mehr als 4 Wochen und im nächsten Blogpost werde ich ein wenig mehr darüber erzählen. Nur kurz: In dem Projekt geht es darum, Geld außerhalb des Gehaltes bzw. der Sparrate zu manifestieren, also mehr Geld ranzuschaffen, als (zumindest auf den ersten Bick) wir auf dem Konto haben. Im Englischen gibt es dieses tolle Wort: „Hustle“. Für mich beinhaltet dieses Wort schon vom Klang her ein proaktives Verhalten das mir die Energie gibt, meine finanzielle Welt in die eigenen Hände zu nehmen.
Langzeitziele
Zuletzt möchte ich euch noch einen Ausblick auf meine längerfristigen finanziellen Ziele geben. Diese sind zeitlich noch nicht spezifiziert, da ich noch nicht an ihnen arbeite. Aber sie jetzt schon aufzuschreiben hilft mir, mich schon sehr verbindlich für diese zu entscheiden und sie so immer im Hinterkopf zu haben.
- Unser neues Auto abbezahlen
- Ein Haus kaufen und dieses abbezahlen
- Für die Ausbildung unseres Kindes sparen
- Genügend Geld auf der Seite zu haben, dass wir regelmäßig kurze und längere Urlaube unternehmen können.
- Ein finanzielles Polster für die Rente aufbauen (Investments)
Natürlich können sich diese Ziele noch verändern oder es können noch andere dazu kommen. Aber der Sinn von einer langfristigen Zielsetzung ist ja nicht, dass wir uns über Jahre ihrer verschreiben, sondern dass sie uns die Richtung vorgeben, in die wir GRUNDSÄTZLICH laufen, ob wir dann mal leicht links oder leicht rechts laufen, das spielt keine Rolle.
Das soll es nun für heute sein. Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und schreibt mir doch mal in die Kommentare, was ihr für Ziele verfolgt. Bis zum nächsten Mal!
Daniela
Hinterlasse einen Kommentar